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BetriebsHaftpflichtPilot

Ratgeber

Welche Deckungssumme ist bei der Betriebshaftpflicht sinnvoll?

Die Deckungssumme ist der Höchstbetrag, den der Versicherer pro Schadenfall zahlt. Sie sollte vor allem schwere Personenschäden abdecken, weil diese über Jahrzehnte Kosten verursachen können. Dazu kommen Vorgaben von Auftraggebern und Kammern. Mindestens genauso wichtig wie die Hauptsumme sind die Teilsummen für Bausteine wie Tätigkeits-, Mietsach- oder Schlüsselschäden.

Von Kosovar Spahiu, Versicherungsmakler · Stand:

Was die Deckungssumme bedeutet

Die Deckungssumme ist der Betrag, bis zu dem der Versicherer für einen einzelnen Schadenfall zahlt. Alles darüber zahlen Sie selbst. Darin enthalten sind in der Regel auch die Kosten für die Abwehr unberechtigter Ansprüche, etwa Anwalts- und Gerichtskosten, je nach Bedingungen auch zusätzlich zur Summe.

Am Markt sind pauschale Deckungssummen in Millionenhöhe üblich. Viele Versicherer bieten Stufen wie 3, 5 oder 10 Millionen Euro an. Welche Stufe für Sie passt, hängt von Ihrem Risiko ab, nicht vom Durchschnitt.

Warum Personenschäden die Summe bestimmen

Der teuerste denkbare Schaden in fast jedem Betrieb ist ein schwerer Personenschaden. Wird ein Mensch dauerhaft verletzt, entstehen Kosten über viele Jahre:

  • Behandlung, Reha und Pflege
  • Umbau von Wohnung und Fahrzeug
  • Verdienstausfall bis zum Rentenalter
  • Schmerzensgeld
  • Rückforderungen von Krankenkassen, Rentenversicherung und Berufsgenossenschaft

Diese Kosten lassen sich im Voraus kaum schätzen und steigen mit der Zeit. Eine Summe, die heute großzügig wirkt, kann in zwanzig Jahren knapp sein. Deshalb sollten Sie bei der Deckungssumme nicht am falschen Ende sparen: Der Beitrag steigt mit der Summe deutlich weniger als proportional.

Fünf Fragen zur richtigen Summe

Diese Fragen helfen, die passende Summe für Ihren Betrieb zu finden:

  1. Kann bei meiner Arbeit ein Mensch schwer verletzt werden? Höhe, Feuer, Strom, Maschinen oder Publikumsverkehr sprechen für eine höhere Summe.
  2. Wie wertvoll sind die Sachen, an und neben denen ich arbeite? Industrieanlagen, Mehrfamilienhäuser oder Arztpraxen bedeuten höhere mögliche Sachschäden.
  3. Was verlangen meine Auftraggeber? Generalunternehmer, öffentliche Auftraggeber und Industriekunden geben oft Mindestsummen vor.
  4. Gibt es gesetzliche oder berufsrechtliche Vorgaben? Etwa für Ärzte oder Ingenieure. Mehr dazu in Ist eine Betriebshaftpflicht Pflicht?
  5. Kann ein Schaden viele Betroffene gleichzeitig treffen? Ein Brand in einem Wohnhaus oder ein Leitungsschaden in einem Gewerbegebiet betrifft schnell mehrere Geschädigte.

Teilsummen: die oft übersehene Grenze

Viele Bausteine sind nicht mit der vollen Deckungssumme versichert, sondern mit einer eigenen, oft deutlich kleineren Teilsumme. Diese sogenannten Sublimits sind im Schadenfall häufig entscheidender als die Hauptsumme. Typische Bausteine mit eigener Summe:

  • Tätigkeits- und Bearbeitungsschäden
  • Mietsachschäden
  • Schlüsselverlust
  • Vermögensschäden
  • Leitungsschäden mit Vermögensfolgen
  • Umweltschäden

Ein Tarif mit hoher Hauptsumme, aber kleiner Teilsumme für Tätigkeitsschäden kann für einen Handwerksbetrieb schlechter sein als ein Tarif mit niedrigerer Hauptsumme und voller Deckung für Tätigkeitsschäden. Welche Bausteine es gibt, steht auf der Seite Was deckt eine Betriebshaftpflicht ab?

Pauschal oder getrennt, maximiert oder nicht

Achten Sie neben der Höhe auf zwei technische Details.

  • Pauschal statt getrennt: Eine pauschale Summe für Personen- und Sachschäden ist flexibler als getrennte Summen.
  • Maximierung: Die Jahreshöchstleistung begrenzt alle Schäden eines Jahres zusammen. Eine zwei- oder dreifache Maximierung ist üblich.

Und der Beitrag?

Die Deckungssumme ist einer von mehreren Faktoren für den Beitrag, aber selten der größte. Branche und Tätigkeiten wirken sich meist stärker aus. Wovon der Preis abhängt, erklärt die Seite Was kostet eine Betriebshaftpflicht? Im Gespräch vergleichen wir für Sie, was eine höhere Summe bei verschiedenen Versicherern tatsächlich kostet.

Häufige Fragen

Was bedeutet „pauschal für Personen- und Sachschäden“?

Bei einer Pauschalsumme steht der gesamte Betrag für Personen- und Sachschäden gemeinsam zur Verfügung, egal wie sich der Schaden aufteilt. Das ist in der Regel günstiger für Sie als getrennte Summen, bei denen etwa für Sachschäden nur ein kleinerer Teil zur Verfügung steht.

Was ist die Jahreshöchstleistung?

Viele Verträge begrenzen die Leistung für alle Schäden eines Versicherungsjahres zusammen, häufig auf das Zwei- oder Dreifache der Deckungssumme. Das nennt man Maximierung. Bei Betrieben mit vielen Schäden oder großem Risiko sollte diese Grenze im Blick sein.

Kann ich die Deckungssumme später erhöhen?

Ja, in der Regel jederzeit mit Wirkung für die Zukunft. Schäden, die vor der Erhöhung verursacht wurden, sind aber meist nur mit der alten Summe versichert. Deshalb lohnt es sich, die Summe von Anfang an passend zu wählen.

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